Welche Informationen sind wichtig?
Ich erfrage im Vorgespräch zur Aufstellung bzw. am Beginn einer Einzelsitzung wichtige Informationen zur Biographie und des Familiensystems. Die folgenden vier Fragen sollten daher vor einer Aufstellung oder Einzelsitzung beantwortet werden. Manchmal ist es gut, nochmal die Eltern oder andere Personen aus der Familie zu fragen. Sollte das Anliegen ein berufliches Thema betreffen, sind entsprechende Informationen für diesen Lebensbereich vorzubereiten.
Ich empfehle, ein paar Tage vor einer Aufstellung oder ersten Einzelsitzung mir diese Informationen gemeinsam mit dem Anliegen per Mail zukommen zu lassen.
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1. Was sind deine Kraftquellen (Ressourcen)?
– innere Ressourcen: deine Eigenschaften = deine inneren Anteile oder Personen, die dich in Vergangenheit und / oder in der Gegenwart gestärkt haben / stärken
– äußere Ressourcen: Personen aus der Familie, Freunde, Lehrer, Vorbilder, Tiere, Orte, Gegenstände, Tätigkeiten, Erfolge, die dich in der Vergangenheit und / oder in der Gegenwart gestärkt haben / stärken
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2. Was ist in der Biographie passiert?
– Zeugung & Schwangerschaft: ein ungewolltes Kind sein, Abtreibungsversuche, Ablehnung des eigenen Geschlechts durch Mutter oder Vater, Stress im Mutterleib (innere Konflikte der Mutter, frühere Abtreibungen, äußere Konflikte und Not während der Schwangerschaft), Tod des Zwillings im Mutterleib
– Geburt: schwere bzw. gewaltvolle Geburt (keine Zusammenarbeit von Mutter und Kind, Betäubungsmittel, Weheneinleitung, Kaiserschnitt, Zangengeburt usw.), sofortige Trennung von der Mutter oder keine Annahme durch die Mutter unmittelbar nach der Geburt
– als Säugling: nicht (ausreichend) gestillt worden sein, frühe Trennungen von der Mutter, körperliche und psychische Vernachlässigung, Gewalt, zur Adoption freigegeben, Ablehnung des eigenen Geschlechts durch Mutter oder Vater
– als Kind: seelisch abwesende oder manipulative Mutter, fehlender Vater, Trennung der Eltern, kranke Eltern oder Geschwister, früh verstorbene oder abgetriebene Geschwister, Unfälle, Gewalt, sexueller Misbrauch, bei Großeltern aufgewachsen, ins Pflegeheim oder zur Pflegefamilie weggeben, äußere Not der Familie
– als Erwachsener: Tod und Trennungen, schwere Krankheiten, Unfälle, Gewalt, Krieg, Migration, geschäftlicher Ruin, Schulden
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3. Wer gehört zum Familiensystem dazu?
– die Eltern, gegebenenfalls auch Adoptiv- oder Pflegeeltern
– die eigenen Geschwister und Halbgeschwister, auch früh gestorbene, totgeborene, abgetriebene
– die Geschwister und Halbgeschwister der Eltern (also die leiblichen Onkel und Tanten)
– die Großeltern, gegebenenfalls auch die Adoptiv- oder Pflegegroßeltern
– wichtige frühere Partner der Eltern und Großeltern (bei Ehe, gemeinsamen Kindern, großer Liebe usw.)
– Nichtverwandte, die durch schwere Schicksale an die Familie gebunden sind (vor allem Opfer undTäter)
– die Ahnen mit besonderem Schicksal: Urgroßeltern, Geschwister der Großeltern und weiterentfernte Ahnen
– die eigenen Partner, auch wichtige frühere (bei Ehe, gemeinsamen Kindern, großer Liebe usw.)
– die eigenen Kinder, auch früh gestorbene, totgeborene und abgetriebene (eventuell auch Fehlgeburten)
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4. Welche schweren Schicksale gab es im Familiensystem?
– Früher, tragischer oder gewaltsamer Tod bei Familienmitgliedern: Mütter (bei der Geburt oder im Kindbett), Kinder (Todgeburt, früher Kindstod, Fehlgeburten nach dem 3. Monat, Abtreibung), Unfalltod, Kriegstod, Mord, Selbstmord
– Ausgeschlossene und Vergessene: frühere Partner, Halbgeschwister, weggegebene Kinder (Pflegeheim, Adoption), moralisch Abgewertete (Alkoholiker, Behinderte, Verrückte, Ausgewanderte, Andersartige), im Krieg Gefallene, Vermisste oder Verschleppte
– Schwere Schicksale von Familienmitgliedern: uneheliches Kind, Gewalterfahrungen, sexueller Misbrauch, Trennungen, Pflegeheim, Adoption, schwere Krankheit, Erbkrankheit, Behinderung, Vergewaltigung, Ermordung, Krieg, Vertreibung, Flucht, Verlust der Heimat, geschäftlicher Ruin
– Schuld eines Familienmitglieds: Unfallschuld, Körperverletzung, sexueller Misbrauch, Vergewaltigung, Mord, Kriegs- und NS-Verbrechen